Minimalkonsens

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Am 5. Mai referierte der bekannte Verleger und Autor Götz Kubitschek vor zahlreichen Gästen auf dem Haus der Marburger Burschenschaft Germania zu dem Thema »Minimalkonsens – was wir noch fordern können«. Inhalt war dabei die »Erklärung 2018« sowie die als Minimalkonsens zu betrachtenden Themengebiete, die Grundbedingungen für eine patriotische Wende in unserem Land sind.

„Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird.“

Originaltext der Erklärung 2018

Mit dieser »Erklärung 2018«, die mittlerweile von über 150.000 mehrheitlich aus der bürgerlichen Mitte stammenden Personen unterzeichnet wurde, scheint ein metapolitischer Meilenstein gesetzt worden zu sein: Es wagt sich – zwar zögerlich und defensiv, aber dennoch entschlossen – ein nicht unbedeutender Teil der bürgerlich-konservativen Intelligenz aus der Deckung und solidarisiert sich zumindest verbal mit denjenigen, die friedlich für absolute Selbstverständlichkeiten demonstrieren. Dies ist ebenso wie die Tatsache, daß die AfD im Bundestag vertreten ist, es vielerorts konkrete Anlaufstellen und Partizipationsmöglichkeiten für patriotisch gesinnte Bürger gibt und nun auch im Westen wachsende Demonstrationsteilnehmerzahlen zu verzeichnen sind, als Schritt in die richtige Richtung zu werten. Doch politische Raumgewinnung gelingt nicht allein durch Bildung eines Minimalkonsenses und vorsichtiger Bitte um die Aufrechterhaltung essentieller Lebensgrundsätze.

Minimalkonsens – die Erklärung 2018

Auch wenn mit der »Erklärung 2018« ein wichtiger Schritt gegangen wurde, darf sich darauf nicht ausgeruht werden. Bewegung entsteht durch Anstoß und als  Burschenschafter sehen wir uns in der Pflicht, als treibender Motor für die Interessen unseres Volkes einzustehen, wir wollen nicht nur „mit Befremden beobachten“ und uns aus der Distanz solidarisieren, sondern selbst aktiv sein…

Darauf aufbauend spannte Kubitschek in seinem Vortrag ein Panorama dessen auf, was noch einforderbar ist, ja geradezu notwendigerweise eingefordert werden muß, damit unser Volk eine lebenswerte Zukunft hat.

Allen Forderungen gemeinsam ist, daß sie zum einen das Potential haben, den viel beschriebenen Riß durch unsere Gesellschaft zu verbreitern (was aber notwendig ist, wenn man mit einer gewissen Grundsätzlichkeit an die Sache herangeht) und zum anderen aus einem unversöhnlichen, anklagenden und ernstem patriotischen Selbstbewußtsein entspringen.

Die Wiederherstellung sicherer Grenzen und die Gewährleistung innerer Sicherheit durch die Abschiebung aller Illegalen, die Verhinderung der demographischen Überfremdung und die Forderung nach einer offenen und angstfreien Debatte – das sind Forderungen, die bereits fest im Diskurs angekommen und mehr oder weniger problemlos gestellt werden können – wurden als Chance in der »Erklärung 2018« jedoch nicht voll ausgeschöpft.

Durch die bereits erfolgte klimatische Diskursveränderung und der nun mehr und mehr entstehenden »Bekenntnislust« (Kubitschek) patriotischer Schläfer wird sich unser Lager alsbald in der Rolle des Anklägers sehen können. Es sei dabei wichtig, daß die Anklage und die Anprangerung der Mißstände nicht im luftleeren Raum verpufft, sondern konkret Verantwortliche kennt und benennt, denn es werde viele Wendehälse geben, die bestrebt sein werden, ihr sinkendes Schiff noch rechtzeitig zu verlassen.
Sie werden versuchen, die Verantwortung von sich zu weisen oder sich als machtloser Teil eines größeren Machtapparates darstellen. Kubitschek prangerte dies als generelles Problem der »Parteienherrschaft« an: Politiker handeln nicht selbst, nach eigenem Gewissen und reiflicher Überlegung, sondern unterliegen einem geradezu krankhaften Parteienzwang, der sie handlungsunfähig macht.

Als – wie im Bestseller Die Getriebenen von Robin Alexander beschrieben – 2015 der Einsatzbefehl zur lückenlosen Schließung der Grenzen zurückgenommen wurde, geschah das nicht wie oft behauptet nach langen ethischen Überlegungen, sondern insbesondere aus der Angst heraus, negative Pressebilder zu erzeugen und an parteilichen Einfluß und Wählerstimmen zu verlieren. Bis heute weigern sich die Regierungsparteien, konsequente Schritte einzuleiten aus ebenjener Angst.
Aus bloßem, kleingeistigen Parteienzwang heraus distanziert sich eine ehemals bürgerlich-konservative CDU von der AfD und stimmt aus Prinzip gegen sämtliche AfD-Anträge, will sich aber selbst nicht den Schuh anziehen, der „Buhmann“ zu sein, der das ausspricht, einfordert und beschließt, was offensichtlich notwendig für den Erhalt unseres Volkes ist. Eine Forderung lautet daher, daß die Auswüchse der Parteienherrschaft eingeschränkt werden. Kubitschek appellierte auch an uns als angehende Akademiker, getreu dem alten preußischen Staatsdiener-Ethos parteilich ungebunden und ohne partikulares Eigeninteresse nach besten Kräften der Gesellschaft dienlich zu sein. Idealisten hätten in Parteien nichts verloren.

Es ist zwar noch keine Forderung, die in unserer momentanen Lage oberste Priorität genießen müsse, doch ein Grundstein müsse auf lange Sicht ebenso sein, daß unser Staat frei, souverän in seiner Handlungsfähigkeit und losgelöst von supranationalen Gebilden ist. Es gäbe keinerlei moralische Verpflichtung dazu, wahlweise als Zahlmeister, Sündenbock oder militärischer Verbündeter in Stellvertreterkriegen zu fungieren.

Für das ethnokulturelle Bewußtsein sei deshalb die Beendigung des Schuldkults wesentlich. Dies könne weder kurzfristig geschehen, noch dadurch, daß gewisse Teile unserer Geschichte ausgeblendet oder gar verleugnet werden, nur durch eine nüchterne, unideologische und unaufgeregte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser schwierigen Zeit wird dieser Graben zu unserer großen Geschichte vor 1933 überwunden werden können.

Die Notwendigkeit des Minimalkonsens

Diese genannten Punkten müßten notwendiger Teil eines gesellschaftlichen Minimalkonsenses sein, um eine dauerhafte, lebenswerte Zukunft für unser Volk zu schaffen und gegen künftige Bedrohungen gewappnet zu sein.In der anschließenden Diskussions- und Fragerunde wurden diese Punkte noch einmal vertieft und nach praktischen Anknüpfungspunkten und Handlungsmöglichkeiten gesucht. Die große Zahl des Publikums und seiner Fragen ließen die anschließende Diskussion auch nach Ende des offiziellen Teils noch lange in persönlichen Gesprächen und Gruppendiskussionen anhalten.

Ungestört von Gegenprotesten war die Lutherstraße 3 damit wieder einmal jener Ort Marburgs, in dem akademische Vorträge und Diskussionen fern von Selbstzensur oder Konformitätszwang waren.

Erfreulicherweise konnten wir neben zahlreichen nichtkorporierten Gästen auch einige Verbandsbrüder an diesem Abend begrüßen und hoffen, in Zukunft noch