Volkstrauertag 2020

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Es gibt Gedenktage, die nicht so recht in den Showkalender bundesrepublikanische Selbstidentifikation passen wollen. Der „Volkstrauertag“ ist so ein Beispiel. In Zeiten, in denen von offizieller Seite her „Volk“ nur beliebig zusammengesetzte Konsumentenmasse meint und „Trauer“ um die sogenannte„Tätergeneration“ mindestens verdächtig ist, wirkt der Volkstrauertag wie ein letztes Relikt aus früheren Zeiten.

Und in der Tat hat der offizielle Umgang heute mit diesem Trauertag nichts mit der Motivation des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge zu tun, nach dem 1. Weltkrieg einen Gedenktag einzuführen, der über alle Parteien, Klassen und Konfessionen hinaus ein gemeinsames Erinnern an das Opfer der deutschen Soldaten ermögliche […] auf daß aus den Gräbern unserer fast zwei Millionen Gefallener uns Mut und Kraft zu segensreicher Arbeit an unseres Volkes und unseres Vaterlandes Zukunft erwachsen [kann].“ 

Würdiges Gedenken kann daher heute nur im kleinen Kreis und fernab der offiziellen Veranstaltungen stattfinden. 

Wir Burschenschafter leben im Kleinen, was wir im Großen für unser Volk wünschen: Wir gedenken unserer Toten zeremoniell und würdig, wir begreifen uns als über-lebenslange Schicksalsgemeinschaft und wir schöpfen Mut aus den Heldentaten vergangener Generationen für unseren Dienst an unserem Volk.

Denkt stets daran:

Brüder, eh’ der Becher kreise 
Zu des Festes frohem Glanz, 
Singet eine ernste Weise, 
Denkt des deutschen Vaterlands! 
Unsern Brüdern, die Ihr Leben, 
Wie es unseren Bund gebeut, 
Brav und ehrlich hingegeben, 
Sei das erste Glas geweiht.

Fritz Kaufmann um 1920