Ahnenkette

Posted on

Organische Gemeinschaften unterscheiden sich von modernen „Gesellschaften“ vor Allem dadurch, dass das Netz der Bezugsstränge der Individuen zueinander inniger und stärker ist, als selbiges in einer reinen Willensgemeinschaft je sein könnte.  Eine Abstammungsgemeinschaft teilt ein kollektives Gedächtnis; die Erzählungen, Erinnerungen und Erfahrungen aussterbender Generationen bleiben dadurch lebendig, dass sie schon im engsten Familienkreis von Generation zu Generation weitergegeben werden. 

Diese Weitergabe von Lebensessenz kann kein System durch eine oktroyierte Geschichtsdeutung oder durch Schaffung eines Negativmythos von oben substituieren. Die Gewissheit, Teil einer Ahnenkette zu sein, hilft dabei, Geschichte zu begreifen, schützt vor ideologischer Verurteilung der eigenen Vorfahren, ordnet unsere Selbstwahrnehmung und drängt uns die Bestimmung auf, diese Kette fortzusetzen. 

Ahnenkette Burschenschaft

Wir Burschenschafter sehen uns als Verteidiger und Träger des organischen Gemeinschaftsgedankens. Die bezugs- und bindungslose „offene Gesellschaft“ verachten wir. 

Einmal im Jahr, beim Totengedenken im Rahmen des Burschentags in Eisenach, wird uns die Lebendigkeit unserer Ahnenkette und die Prägung unseres Volkes als Schicksalsgemeinschaft aufs Neue bewusst. Wir werden diese Ahnenkette fortsetzen und wir wissen, dass wir nicht die letzten unserer Art sein werden.